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Shizuka
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Alter : 17
Anmeldungsdatum : 21 Jul 2007
Beiträge : 145

BeitragThema: Der japanische Kalender   Sa Sep 01, 2007 3:52 pm

Akemashite Omedeto
Der japanische Kalender

Die Zeit ist eine Konvention, ihre Berechnung wurde von Päpsten oder Regierungen angeordnet. Und deshalb gehen die Uhren nicht überall gleich!
Unsere westliche Zeitrechnung wurde mit dem Gregorianischen Kalender 1582 eingeführt. Allerdings scheint dessen Berechnung von Christi Geburt (d.h. dem Anfang unserer Zeit) nach neuester Forschung nicht so wahnsinnig präzise gewesen zu sein. Tatsächlich hat man sich um ca. 3-7 Jahre verschätzt. Und das könnte bedeuten, wir feiern jetzt nicht Neujahr 2003, sondern eventuell den Beginn des Jahres 2006, 2007 oder gar 2010...?! Solch ketzerische Überlegungen sind anderen Religionen fremd. Die jüdische Zeitrechnung beginnt sowieso mit dem Jahre 3761 vor (dem ungefähr geschätzten) Christus-Geburtsjahr, im Islam rechnet man mit dem Propheten Mohammed ab 622 n.Chr..

Die japanische Geschichtsschreibung aber richtet sich nach ihren Kaiserdynastien und wird in Perioden eingeteilt, die nach dem jeweiligen Sitz der Regierung benannt sind: Nara (710-793), Heian (794-1184), Kamakura (1185-1333), Muromachi (1334-1575), Azuchi-Momoyama (1576-1614), Edo(1614-1867).
In der Neuzeit wird dafür der Name des Kaisers verwendet, bzw. das "Motto" seiner Regentschaft: Meiji (1868-1912), Taisho (1912-1926), Showa (1926-1989), Heisei (von 1989 an). Der letzte Tenno Hirohito hatte als Ära-Devise "Showa" (deutsch etwa "erleuchteter Friede").
Die gegenwärtige Devise des Kaisers Akihito lautet Heisei (etwa "den Frieden schaffen").
Zur Ermittlung einer Jahresangabe werden nun vom Jahr der Thronbesteigung bis zur Gegenwart gezählt und ein Jahr abgezogen (die "Schwangerschaftszeit"). Das bedeutet, man ist im Jahre "Soundso Showa" geboren... Seit 1873 rechnet man aber auch in Japan mit dem westlichen Kalender. Andernfalls gäbe es in unserer heutigen globalen Wirtschaftswelt sicherlich Missverständnisse... könnten z.B. Verlagsleiter keine Termine machen!

Rokuyo - Sechs gute oder schlechte Tage

Wenn man sich einen aktuellen japanischen Kalender ansieht, so finden sich auch zu den einzelnen Tagen seltsame Hinweise oder Angaben. Wichtig zu beachten, sind die im Sechstagezyklus wechselnden Vorzeichen des "Rokuyo". Natürlich spielt dabei ein gewisser Aberglaube mit, doch in Japan finden an bestimmten Tagen keine Beerdigungen statt und andere Tage sind sehr beliebt für Hochzeiten.


Butsumetsu ("Buddhas Tod"):
Größter Unglückstag, alles, was hier anfängt, geht schief. Man vermeidet Hochzeiten und Geschäftseröffnungen.


Taian ("Der große Frieden"):
Glückstag, sowohl für Hochzeiten wie auch alle anderen Vorhaben!


Shakku ("roter Mund"):
Unglückstag! Vorsicht vor blutigen Verletzungen an scharfen Werkzeugen. Morgen und Abend sehr ungünstig, Mittag etwas besser!


Senkachi / Sensho ("zuerst gewonnen"):
Alles läuft gut, wenn man sich beeilt und schnell entscheidet! Vormittag gut, Nachmittag ungünstig.


Tomobiki ("den Freund mitziehen"):
An diesem Tag darf keine Beerdigung stattfinden, sonst wird auch ein Freund bald sterben. Morgen und Abend gut, Mittag nicht so gut.


Senmake ("zuerst verloren"):
Nichts überstürzen, keine Ämtergänge etc.! Morgen und Abend schlecht, Nachmittag bis Sonnenuntergang gut.


Auf unserem Kalenderblatt für Januar 2003 sind die Rokuyo-Hinweise unter dem Datum vermerkt! Solche "buddhistischen" Kalender bekommt man übrigens auch hierzulande im japanischen Buchladen. In dem Sinne: "Akemashite Omedeto" oder frohes neues Jahr!
_________________
[b]~> TaKe It EaSy
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